Canyoning in der Ribeira dos Caldeirões verbindet echtes Abenteuer mit atemberaubender Natur. In einer dschungelartigen Landschaft wird von Felsen gesprungen, gerutscht und sich an Wasserfällen abgeseilt.
Mit einem breiten Grinsen stehe ich auf einem sechs Meter hohen Felsen. Der Wasserfall neben mir rauscht in das dunkelgrüne glitzernde Wasserbecken, in das ich gleich hineinspringen werde. Ich erinnere mich, wie ich ein paar Tage zuvor noch auf der gegenüberliegenden Seite stand und genau diesen Ort fotografiert habe.
Diese Canyoning-Tour auf São Miguel mache ich nun zum zweiten Mal, aber der sechs-Meter-Sprung ist neu – genau wie die Reaktion meines Körpers kurz vor dem Sprung. Ich spüre ein freudiges Kribbeln im Bauch und empfinde mehr Vorfreude als Nervosität.
"Canyoning: Der erste Sprung, das erste Rutschen über glatte Felsen, das Abseilen an Wasserfällen – all das ist jedes Mal aufs Neue aufregend für mich und ich habe großen Spaß daran."
Canyoning-Touren sind für mich Abenteuer, Spaß und Naturerlebnisse. Der erste Sprung, das erste Rutschen über glatte Felsen, das Abseilen an Wasserfällen – all das ist für mich jedes Mal aufs Neue aufregend. Im letzten Jahr hatte ich leider keine Gelegenheit, an einer Tour teilzunehmen, deshalb habe ich mich erneut für die Einsteiger-Tour entschieden.
Die letzte Tour war aufregend, abenteuerlich und mit viel Spaß verbunden. Außerdem ist die Schlucht atemberaubend schön. Doch es regnete ununterbrochen, es war schwül und der Weg zur Einstiegsstelle war für mich teilweise anstrengend.
Meine heutige Tour beginnt schon um 9:00 Uhr und nicht wie damals um 13 Uhr. Ich bin ein bisschen aufgeregt und neugierig, ob ich die Tour diesmal anders erleben werde als im September 2023.
Wo die Canyoning-Tour auf São Miguel stattfindet
Im Nordosten der Insel ist der wunderschöne Parque Natural da Ribeira dos Caldeirões. Die grüne Schlucht, die alten Wassermühlen und die rauschenden Wasserfälle sind ein echtes Naturparadies und eine beliebte Sehenswürdigkeit auf São Miguel. In dieser beeindruckenden Landschaft findet die Canyoning-Tour statt.
Begleitpersonen, die nicht an der Canyoning-Tour teilnehmen, können bei Spaziergängen die Wassermühlen, Wasserfälle und die grüne Schlucht mit blühenden Hortensien erkunden. Verschiedene Aussichtspunkte und der Picknickbereich laden zum Erkunden und Entspannen in dieser traumhaften Umgebung ein – während andere das Abenteuer suchen.
So erreichst du den Naturpark Ribeira dos Caldeirões
Mit dem Auto dauert die Fahrt ab Ponta Delgada etwa 45 Minuten. Direkt am Eingang des Parque Natural da Ribeira dos Caldeirões gibt es kostenlose Parkplätze (Stand 06/2025). Sollte dort alles belegt sein, folge einfach der Rechtskurve den Hügel hinauf für weitere Parkmöglichkeiten.
Gut zu wissen
Der Anbieter dieser Tour – Fun Activities – bietet ab Ponta Delgada einen Shuttle-Service für 15 € + MwSt. pro Person (Hin- und Rückfahrt) an. Genau diesen Service habe ich dieses Mal genutzt und während der Fahrt auch ein amerikanisches Pärchen kennengelernt.
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Das erwartet dich bei dieser Canyoning-Tour
Canyoning ist eine Outdoor-Aktivität, die in einer wasserführenden Schlucht – einem sogenannten Canyon – stattfindet. Touren finden bei Sonne und Regen statt: nass wird man sowieso.
Mit zwei erfahrenen Guides und spezieller Kletterausrüstung wird unsere Gruppe den Canyon Ribeira dos Caldeirões von oben nach unten durchqueren. Dabei werden wir Hindernisse wie Felsen und viele Wasserfälle in einer eindrucksvollen Natur durch Klettern, Springen und Rutschen überwinden.
Tourverlauf auf einen Blick
- Gruppenfoto vor dem großen Wasserfall Cascata da Ribeira dos Caldeirões
- 15 bis 20 Minuten Wanderung bis zur ersten Sicherheitseinweisung
- Kurzer weiterer Aufstieg zur Einstiegsstelle und zweite Sicherheitseinweisung
- Eine Zipline: Höhe: etwa 9 Meter – Länge: ca. 20 Meter
- Eine Rutschpartie über einen glatten Felsen
- Ein Sprung von einem ca. 2 Meter hohen Felsen
- Abseilen von einem ungefähr 6 Meter hohen Felsen bei einem Wasserfall
- Optional: ein Sprung vom einem 6 Meter hohen Felsen neben einem Wasserfall
- Zwei erfahrene Guides und eine Gruppe, mit der man dieses besondere Erlebnis in großartiger Stimmung teilen kann
Diese Ausrüstung bekommst du für dein Abenteuer
- 5 mm dicker Neoprenanzug mit Kapuze und zusätzlichen Neoprensocken
- Canyoning-Schuhe
- Helm
- Canyoning-Gurtzeug mit Sicherheitsleinen, Karabiner mit Achterknoten und gepolstertem Schutz für das Gesäß
Zum Glück ist es trocken – so lässt sich der Neoprenanzug leichter anziehen. Mit 17 °C und bedecktem Himmel ist es am Morgen allerdings etwas frisch.
Gut zu wissen
- Umziehen & Ausrüstung anlegen: am Rand des Parkplatzes
- Es gibt keine Umkleideräume: für den Wechsel der persönlichen Kleidung können die Toiletten im Park genutzt werden.
- Ringe vor der Tour abnehmen! Das Wasser ist kühl und diese könnten verloren gehen.
- Wer Mascara trägt, sollte wasserfeste Produkte verwenden, sonst drohen Panda-Augen auf den Erinnerungsfotos.
Vor dem Start: Was du wissen solltest
Gegen 9:30 Uhr sind alle zwölf Teilnehmer umgezogen und haben ihre Ausrüstung angelegt. Unsere Gruppe besteht aus drei Pärchen, mir selbst und einer Familie mit drei Kindern: zwei davon im Teenageralter, der dritte ein neunjähriger Junge. Er ist der jüngste Teilnehmer unserer Runde.
Wir stellen uns im Halbkreis um unsere Guides Hugo und Guilherme auf. Uns wird mitgeteilt, dass die Karabiner während des Laufens am Metallring eingehakt bleiben sollen, um blaue Flecken oder Verletzungen durch herumfliegende Karabiner zu vermeiden. Außerdem werden wir gefragt, ob es gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt.
Grundsätzlich solltest du eine gewisse Grundfitness mitbringen, um leichte Anstiege zügig laufen zu können.
Rückenprobleme
Personen mit Rückenproblemen wird von dieser Tour abgeraten.
Asthma oder Diabetes
Wer z.B. Asthma oder Diabetes hat, sollte sich körperlich fit genug fühlen und seine Bedarfsmedikamente den Guides übergeben. Diese werden während der Tour trocken und sicher im Rucksack transportiert.
Knieprobleme
Du hast oder hattest Knieprobleme? Dann wird empfohlen: Eine elastische Bandage zu tragen, die Stabilität gibt und weitere Verletzungen vorbeugt.
Schwangerschaft
Schwangere dürfen nicht an dieser Tour nicht teilnehmen.
Sehhilfe
Du benötigst eine Sehhilfe? Es wird empfohlen:
- Die Brille mit einem Band zu sichern und diese beim Abseilen und Springen im Neoprenanzug aufzubewahren.
- Kontaktlinsen werden nicht empfohlen – sie können bei Sprüngen leicht verloren gehen.
Stand: 06/2025
Der Weg zum Einstieg: eine kurze Wanderung
Danach bekommen wir das Startzeichen – unsere Canyoning-Tour beginnt! Bevor wir zur Einstiegstelle wandern, machen wir vor dem großen Wasserfall ein Gruppenfoto. Da der Anbieter im Jahr 2023 keine Fotos oder Videos machen konnte, freue ich mich umso mehr, dass wir dieses Mal Aufnahmen von der Tour erhalten.
Nach ein paar Treppenstufen laufen wir hintereinander auf einem schmalen Pfad. Das Tempo ist zügig, und durch den leichten Anstieg beschleunigt sich meine Atmung. Bei jedem Schritt klirren die Karabiner an meinem Gurt. Das amerikanische Pärchen und ich laufen zusammen. Dank der gemeinsamen Fahrt haben wir schon eine kleine Gemeinschaft gebildet – ich bin also nicht allein auf dieser Tour.
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Du möchtest Fotos und Videos von deiner Tour bekommen? Prüfe bei der Buchung, ob diese im Angebot enthalten sind. Falls du keine Informationen findest, frage nach.
Die grüne Umgebung ist atemberaubend: schulterhohe Farne, blühende Hortensien, Bäume und dichte Sträucher säumen den Weg. Die Blätter der Bäume neigen sich wie ein schützendes Dach zueinander und lassen nur wenige Sonnenstrahlen und Regentropfen durch.
Ich verstehe, warum dieser Pfad auch bei Wanderern so beliebt ist. Dennoch konzentriere ich mich lieber auf das Laufen: aus dem schlammigen Boden ragen Wurzeln und Steine.
Bis zur ersten Sicherheitseinweisung machen wir zwei kurze Pausen. Beim ersten Halt empfiehlt uns Guilherme, den Neoprenanzug zu öffnen, damit es nicht zu warm wird.
Ich lasse meinen geschlossen, für mich ist die Temperatur dieses Mal genau richtig. Im September 2023 war es schwüler, ich kam schneller ins Schwitzen und ich hatte das Angebot dankend angenommen. Beim zweiten Halt wird uns ein Ingwer- und ein Weihrauchbaum gezeigt, an dessen Blätter wir schnuppern dürfen.
Dann taucht ein dreiteiliger Wasserfall mit einem Wasserbecken davor auf. Wie schon beim letzten Mal versammeln wir uns zur ersten Sicherheitseinweisung auf dem Steinrand vor dem Wasserbecken.
Die Sicherheitseinweisung in der Schlucht
Trotz der Schönheit des Wasserfalls – eingebettet in eine kleine Schlucht und eingerahmt von grünen Hängen – konzentriere ich mich jetzt ganz auf unseren Guide Guilherme. Er erklärt uns während der Sicherheitseinweisung wie wir uns im Canyon zwischen den Wasserfällen verständigen:
Das „Okay“-Zeichen richtig geben
Besonders in der Nähe von Wasserfällen ist die Kommunikation durch Handzeichen wichtig – das laute Rauschen übertönt jedes Wort. Für das „Okay“-Zeichen legst du die Faust auf den Helm, damit dein Arm ein „O“ formt.
Verletzungen anzeigen
Tut dir nach einem Sprung oder dem Rutschen die Schulter oder das Knie weh, bewegst du die Hand hin und her und zeigst auf die betroffene Stelle.
Das X-Zeichen
Kreuze beide Unterarme zu einem „X“ – das bedeutet: nicht okay. Falls die Guides dieses Zeichen geben, setze dich sofort an den Rand und warte auf ein neues „Okay“-Zeichen.
Das Telefon-Spiel
Die vorausgehende Person informiert die Hintere: „Achtung, rutschig!“, „Stoß dir nicht den Kopf!“ oder „Hier wird es tief.“ Wir helfen einander und reichen die Hand.
Gefahr beim Gehen
Der gefährlichste Teil einer Canyoning-Tour ist das Gehen – Steine und Felsen können rutschig sein, oder im Wasser wird es plötzlich tief. Gehe immer vorsichtig und balanciere dich mit deinen Armen aus.
Helm auf!
Setze den Helm während der Tour niemals ab – mit einer Ausnahme: Wenn du die Kapuze des Neoprenanzugs aufsetzen möchtest, weil dir kalt ist. Danach setzt du den Helm sofort wieder auf. Herunterfallende Steine könnten dich am Kopf treffen – ich habe so eine Situation noch nicht erlebt, aber Sicherheit geht vor.
Wasser im Anzug
In den 5 mm dicken Neoprenanzug dringt etwas Wasser ein – aber dein Körper erwärmt es schnell. Das fühlt sich zunächst kalt an, wird aber schon nach kurzer Zeit angenehm.
Sicherungsseile
Die Nutzung des kurzen und längeren Sicherungsseils wird bei einer weiteren Einweisung an der Einstiegsstelle erklärt.
Schutz für das Gesäß
Über dem Neoprenanzug tragen wir am Gesäß einen gelben gepolsterten Schutz, dieser erinnert sehr an eine große gelbe „Windel“. Damit kann man sich auf rutschige Felsen setzen, ohne den Halt zu verlieren.
Touren bei Regen
Wenn es zu stark regnet, kann die Tour aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Leichter Regen ist kein Problem – nass wird man sowieso.
Ankunft im Canyon – gleich geht’s los!
Nach der Sicherheitseinweisung gehen wir auf rutschigen Felsen zur anderen Seite des Wasserbeckens. Auch der letzte Teil bis zur Einstiegsstelle ist wieder schmal, schlammig und dicht bewachsen. Hier wenden wir das Gelernte gleich an: Wir helfen einander, reichen eine Hand und geben Hinweise weiter: "Pass auf deinen Kopf auf!", "Hier ist es rutschig!", "Möchtest du meine Hand nehmen?".
Kurz vor dem Einstieg entdecken wir zwischen den Bäumen einen weiteren Wasserfall. In der Nähe klettern wir nacheinander einen Hang hinunter und stützen uns dabei mit den Händen an Felsbrocken ab. Die erste Etappe ist geschafft.
Zufrieden stehen wir knöchel- bis knietief im Gebirgsbach, der sich dank der Ausrüstung, noch nicht kalt anfühlt. Wir genießen die dschungelartige Umgebung, auch wenn der eben gesichtete Wasserfall nun nicht mehr zu sehen ist.
Dieses Mal fühle ich mich deutlich besser: mir ist angenehm warm, auch das Laufen fällt mir leichter. Bei der Tour 2023 hatte ich an dieser Stelle das Gefühl, einen glühenden Kopf zu haben und die Wanderung empfand ich als sehr intensiv. Vielleicht liegt es am Wetter oder am regelmäßigen Joggen der letzten Monate.
Doch bevor das eigentliche Abenteuer beginnt, erhalten wir unsere zweite Sicherheitseinweisung.
Die zweite Sicherheitseinweisung
Da unser Guide Guilherme bereits einige Meter zuvor den Abhang hinuntergeklettert ist, um die Zipline vorzubereiten, übernimmt nun Hugo die zweite Sicherheitseinweisung.
Im Fokus steht der Umgang mit dem kurzen und dem langen Sicherungsseil. An jedem Seil befindet sich ein Karabiner, der durch das Auf- und Zuschrauben gesichert bzw. entsichert werden kann. Wird ein Sicherungsseil gerade nicht verwendet, bleibt der Karabiner offen – so kann das freie Seil im Notfall schnell eingehakt werden.
Nach der zweiten Sicherheitseinweisung verabschiedet sich Hugo kurz, um Guilherme bei den letzten Vorbereitungen der Zipline zu helfen. Die Vorfreude steigt! Währenddessen mischt sich die Gruppe, und wir beginnen uns zu unterhalten: Wer wir sind und woher wir kommen. Die Stimmung ist entspannt und es fühlt sich so langsam nach einem gemeinsamen Erlebnis an.
Die Zipline – dein erstes Canyoning-Highlight
Zwischen zwei große Felsen wurde ein langes Seil gespannt: zwanzig Meter Zipline warten auf uns. Gleich daneben rauscht ein Wasserfall in einen natürlichen Pool. Es ist das Wiedersehen mit dem Wasserfall, den wir kurz vor der Einstiegstelle gesehen haben.
Unser Guide Hugo fragt: „Wer möchte anfangen?“ Einer der Männer meldet sich sofort, und wir stellen uns der Reihe nach auf. Als wir zum Startplatz gehen, ruft uns der Familienvater lachend zu: „Meine Frau hat keine Ahnung, wofür sie sich hier angemeldet hat – sie hat nämlich Höhenangst.“ Nun sitzt sie in Startposition, um ihrem jüngsten Sohn hinterher zu rutschen, der schon unten wartet.
Für mich steigt die Vorfreude beim Zusehen. Da ich als Letzte rutsche, muss ich mich noch gedulden. Nun sitze auch ich auf einem neun Meter hohen Felsen und erhalte wie alle vor mir eine kurze Sicherheitseinweisung: Ich darf mich nur am eigenen Sicherungsseil festhalten und nicht an dem Seil, an dem ich gleich hinuntersause.
Damals war ich etwas aufgeregt – heute kann ich vor Freude kaum aufhören zu grinsen. Hugo startet seine Kamera, gibt mir einen leichten Schubs, und mit einem Jubelschrei sause ich nach unten. Das war ein fantastischer Auftakt. Mit einem Lächeln und leuchtenden Augen bestätigt mir auch die Mutter mit Höhenangst, dass es ihr gefallen hat.
Bis jetzt sind nur die Füße nass, doch das wird sich gleich ändern. Nach einigen Metern über Felsen und durch das Gebirgswasser der Schlucht erreichen wir schon unseren nächsten Wasserfall.
Die Felsen-Rutsche mit Wasserfall-Erlebnis
Wir stehen zwischen zwei Wasserfällen im Wasser und sind umgeben von hohen zerklüfteten und grün bewachsenen Felsen, traumhaft schön.
Als nächstes werden wir über einen Felsen ins Wasser rutschen. Zuerst gibt es die Sicherheitseinweisung und danach fragt Hugo: „Wer möchte als Erstes?“. Nachdem sich niemand meldet, melde ich mich. Unter Applaus der Gruppe steige ich über die rutschigen Felsen zum Wasserfall.
Wie ich es gerade erklärt bekommen habe: überkreuze ich nicht die Beine, sondern lege diese eng zusammen, dafür überkreuze ich die Arme.
Dann werde ich noch in die richtige Position gerückt und dieses Mal halte ich mir die Nase zu – um eine Schnappatmung wie im Jahr 2023 zu vermeiden. Das Rutschen ist viel zu schnell vorbei, gefühlt dauert es nur den Bruchteil einer Sekunde. Als ich aus dem Wasser wieder auftauche, gebe ich das Okay-Zeichen und rufe: „Oh Gott ist das kalt!“ – auch das hat sich zum letzten Mal nicht geändert, aber dieses Mal ohne Schnappatmung.
Nun bin ich definitiv nass. Ich schwimme auf die andere Seite des Wasserbeckens und warte glückselig auf die anderen Teilnehmer. Zum Glück erwärmt sich das Wasser in meinem Neoprenanzug wirklich und mir wird während des Wartens nicht kalt. Die Mutter rutscht dieses Mal vor ihrem Mann und den Kindern mit einem Jubelschrei ins Wasser. Unser jüngster Teilnehmer folgt gleich darauf, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Alle sind gerutscht und wir laufen zum nächsten Wasserfall.
Die nächste Aktivität müsste der Sprung vom Felsen sein. Ob ich mich richtig erinnere?
Ein Sprung ins Abenteuer
Meine Erinnerung war richtig. Jeder Sprung ist für mich ein Abenteuer und lässt mein Herz höherschlagen. Jedes Mal schwanke ich zwischen Freude und Nervosität. Der tosende Wasserfall fließt neben mir in das grüne Wasserbecken, in das ich gleich hineinspringen werde.
Was sich unter der Oberfläche befindet, bleibt mir verborgen. Das macht es so beruhigend und beunruhigend zugleich. Einige Felsen werden vom Wasserfall nicht überspült: das ist unsere Absprungkante. Hugo sitzt daneben und zeigt jedem Teilnehmer an der Absprungkante, wohin man mit einem weiten Sprung und angezogenen Knien springen soll.
Die beiden Söhne der Familie sind, ohne zu zögern gesprungen, nun ist die Mutter an der Reihe. Sie steht an der Felsenkante, atmet durch, dreht sich um und bricht ab. Das ist okay – niemand macht Druck. Bald bin ich an der Reihe, mal schauen, wie es mir dann geht.
Als es endlich so weit ist, stelle ich mich neben Hugo auf den ungefähr zwei Meter hohen Felsen und höre aufmerksam zu, wohin ich springen soll. Ich drehe mich zu Guilherme, der unser Spektakel filmt, winke mit einem breiten Lächeln in die Kamera und springe mit einem großen Schritt ins Wasser. Während des kurzen Flugs ziehe ich die Knie an und halte mir die Nase zu. Ich würde noch einmal springen, wenn ich könnte. Es hat wieder so viel Spaß gemacht und es war die ideale Höhe, um wieder ins Springen reinzukommen.
Alle Teilnehmer und die Guides sind durch einen Sprung ins Wasser unten angekommen. Unsere Teilnehmerin mit der Höhenangst hat einen großen Applaus und Jubel nach ihrem Sprung erhalten. Jetzt geht es weiter zum nächsten Abenteuer.
Mein Abseil-Moment vom sechs Meter hohen Felsen
Wir sind bei den drei Wasserfällen angekommen, vor denen wir unsere erste Sicherheitseinweisung erhalten haben. Nur jetzt befinden wir uns auf Höhe der Abbruchkante des Wasserfalls und sollen uns in das Wasserbecken abseilen.
Hugo zeigt uns die beste und sicherste Methode für das Abseilen: das Seil unterhalb des Sicherungsrings mit beiden Händen festhalten und die Handflächen leicht öffnen, damit das Seil etwas nachrutschen kann. Die Beine sollen fast waagerecht zur Felswand gehalten werden, um Schritt für Schritt hinunterzuklettern.
Ob es dieses Mal wieder so gut klappt wie in 2023? Hier habe ich mich das erste Mal in Eigenverantwortung von einem Felsen abgeseilt und es lieben gelernt. Wie die Mutter den Abstieg meistert, kann ich leider nicht sehen, weil ich zu weit entfernt bin. Als ich an der Reihe bin, schwanke ich zwischen Vorfreude und Anspannung. Ich werde gesichert und suche mir eine gute Startposition – auch für das Erinnerungsfoto. In sechs Metern Höhe, wie aus einem Fenster im zweiten Stock, beginne ich den Abstieg. Um mich herum wird es ganz still.
Hochkonzentriert suche ich mir den nächsten herausragenden Felsstein, als hätte die Natur eine Art Treppe in dem Felsen hinterlassen. Schritt für Schritt nähere ich mich dem Wasserbecken. Ich höre noch nicht einmal mehr das Rauschen des Wasserfalls.
Auf einmal erklingt die Titelmelodie von James Bond in meinen Ohren, die Hugo summt. Ich habe es geschafft und bin überglücklich. Diese Felswand ist ideal für Anfänger. Als alle Teilnehmer unten angekommen sind, machen wir ein Gruppenfoto vor dem Wasserfall und eine kleine Wasserschlacht. Für den Abschluss haben unsere Guides noch eine Überraschung für uns.
Die Überraschung zum Schluss: Noch ein Sprung!
Unsere Tour ist doch noch nicht vorbei: wer Lust hat, kann von einem sechs Meter hohen Felsen zu springen – es ist aber kein Muss! Ich bin total begeistert. Bei der letzten Tour war dieser Sprung nicht dabei. Wir müssen uns noch nicht entscheiden und können uns die Absprungstelle erst einmal ansehen.
Euphorisiert laufe ich mit den anderen zurück zum Parkplatz. Doch dieses Mal überqueren wir nicht die Straße, sondern biegen am großen Wasserfall ab, durchqueren die Brücke und folgen dem Wasserlauf noch ein Stückchen. Dann verlassen wir die Schlucht, steigen über eine kleine Mauer und gehen einen schmalen Pfad entlang.
Das Finale – der letzte große Sprung
Dieses Mal dürfen wir nur einen Schritt nach vorn machen und müssen die Arme überkreuzen, weil die Felswände relativ nah beieinanderstehen, erklärt Hugo. Und desto weiter wir springen, umso flacher wird das Wasser. Größere Personen könnten den Boden berühren, deswegen empfiehlt er nach dem Eintauchen ins Wasser die Beine anzuziehen. Nachdem wir alle Informationen haben, werden wir wieder gefragt: „Wer möchte springen?“. Bis auf die Mutter mit Höhenangst melden sich alle Teilnehmer, sogar unser Jüngster.
Die Frage der Fragen folgt: „Wer möchte zuerst?“ Einer der Männer war schneller als ich, also springe ich als Zweite und freue mich darauf.
Als ich an der sechs Meter hohen Felskante stehe, spüre ich ein freudiges Kribbeln im Bauch. Ich kann es kaum erwarten, wie an Weihnachten vor dem Geschenkeauspacken. Hugo richtet oben die Kamera auf mich und fragt: „Bist du bereit?“. Ich antworte mit einem breiten Grinsen: „Ich bin bereit!“. Guilherme ist unten im Wasser und filmt von dort.
Es wird bis drei gezählt, ich mache einen großen Schritt und tauche kurze Zeit später ins Wasser ein.
Mit einer Größe von 1,71 Meter erwarte ich nicht den Boden zu berühren, also lasse ich meine Beine ausgestreckt. Überraschenderweise spüre ich ganz leicht den Boden unter meinen Füßen. Dann tauche ich auf, gebe das Okay-Zeichen und juble vor Freude und Stolz. Es war der perfekte Abschluss.
Elf der zwölf Teilnehmer springen. Als alle unten angekommen sind, verlassen wir über die gegenüberliegende Treppe den Bereich und gehen zum Parkplatz zurück. Gegen 12:00 Uhr ist diese fantastische und abenteuerliche Tour zu Ende. Wir legen die Ausrüstung ab und tauschen den Neoprenanzug gegen unsere Kleidung.
Nach der Tour: Eis, Essen und Entspannen
Unsere Shuttle-Gruppe ist nun seit vier Stunden unterwegs und wir werden hungrig. Vor der Tour habe ich dem amerikanischen Pärchen von dem Eis – Quinta dos Açores – erzählt, das auf den Azoren hergestellt und im Souvenir-Shop des Parks verkauft wird. Uns bleiben noch 15 Minuten bis zur Abfahrt: auf zum Souvenir-Shop und Eis essen.
Zufrieden sitzen wir anschließend im Shuttlebus. Mittlerweile fühle ich mich leicht erschöpft, aber auch immer noch energiegeladen. Während der Fahrt nach Ponta Delgada unterhalten wir uns mit den Guides über das Canyoning auf Sao Miguel und ich habe schon die nächste Tour für den nächsten Urlaub auf der Insel im Visier: Salto do Cabrito.
Zurück in Ponta Delgada bin ich froh, dass mein Mann und ich eine Reservierung im Restaurant MICHEL haben, denn jetzt bekomme ich wirklich Hunger auf ein herzhaftes Gericht. Das Essen ist sehr köstlich, doch ich merke schnell, dass sich nun die Erschöpfung breitmacht: es wird Zeit für ein Schläfchen.
Mein Tipp für deinen perfekten Ausklang
Du bist mit dem Mietwagen am Park? Gönne dir nach der Canyoning-Tour noch etwas Zeit zum Erkunden des Parque Natural da Ribeira dos Caldeirões. Bringe ein Picknick mit oder genieße einfache Snacks wie Sandwiches im Café. Plane vorsichtshalber nach der Tour Zeit zum Ausruhen ein.
Das Video zur Canyoning-Tour
Damit du dir noch besser vorstellen kannst, was dich auf dieser Tour erwartet, habe ich dir ein kurzes Video mit einigen Highlights zusammengeschnitten.
Mein Fazit zu dieser Canyoning-Tour
Diese Tour war der perfekte Wiedereinstieg. Dass ich die Tour zum zweiten Mal gemacht habe, war kein Nachteil – ich konnte diese noch mehr genießen und Spaß haben. Beide Canyoning-Touren waren eine perfekte Kombination aus traumhaft schönen Naturerlebnissen mit vielen Wasserfällen und Abenteuern, fantastischen Guides und Teilnehmern. Als Einzelperson wurde ich schnell in die Gruppe integriert. Meine Highlights waren das Abseilen, der sechs-Meter-Sprung und die Mutter mit Höhenangst. Zu sehen, dass auch Personen mit Höhenangst an einer Canyoning-Tour Spaß haben können, hat mich total begeistert – meinen Mann konnte ich trotzdem noch nicht überzeugen.
Praktische Hinweise für deine Planung
- Englischkenntnisse sind notwendig
- Eine Grundfitness ist empfehlenswert
- Je nach Fitnesslevel sollte nach der Tour eine Pause eingeplant werden
12 Tipps für deine Canyoning-Tour auf São Miguel
Für diese Tour wurde mir der Anbieter – Fun Activities – durch den Anbieter Azores EPIC Adventures empfohlen, weil dessen Tour bereits ausgebucht war.
- Fun Activities: Shuttle-Service ab Ponta Delgada & sowie Fotos und Videos im Preis enthalten (Stand 06/2025)
- Azores EPIC Adventures: Shuttle-Service ist nicht ausgewiesen, ggf. über Anfrage-Formular anfragen – keine Information, ob Fotos und Videos im Preis enthalten sind
- PICOS DE AVENTURA: Anbieter der Tour 2023 – Shuttle-Service ab Ponta Delgada – keine Information, ob Fotos und Videos mittlerweile im Preis enthalten sind
- Anbieter Fun Activities
- Dauer ca. 3 Stunden
- Treffpunkt: Parque Natural da Ribeira dos Caldeirões
- Keine Umkleidekabinen, dafür Toiletten auf denen man sich ggf. umziehen kann
- Überlege, ob du Mascara aufträgst: falls ja, sollte dieser Wasserfest sein, ansonsten könntest du Panda-Augen auf den Erinnerungsbildern haben
- Touren finden bei auch Regen statt
- Wichtig: Englischkenntnisse sind notwendig, um die Sicherheitseinweisungen und den Ablauf zu verstehen.
Kosten (Stand 07/2025): Erwachsene
- Tour ohne Abholung: 70 € (netto) – 73,62 € (inkl. MwSt.)
- Tour mit Abholung: 85 € (netto) – 89,40 € (inkl. MwSt.)
- Die Schwierigkeit der Tour wird als leicht bis mittel eingestuft
- Trittsichere Personen
- Anfänger, Kinder ab 6 Jahre und Personen, die Canyoning gerne mal ausprobieren möchten – auch mit Höhenangst
- Erfahrene, die länger keine Canyoning-Tour gemacht haben und sich einen leichten Wiedereinstieg wünschen
- Schwangere dürfen nicht teilnehmen
- Du benötigst eine Sehhilfe? Es wird empfohlen:
- Die Brille mit einem Band zu sichern und beim Abseilen und Springen ins Wasser diese im Neoprenanzug aufzubewahren.
- Kontaktlinsen nicht zu tragen, weil diese – besonders bei Sprüngen – verloren gehen können.
Du solltest:
- Eine gute Grundfitness besitzen: Treppensteigen und Spaziergänge sollten dir leichtfallen, und regelmäßiger Ausdauersport ist dabei hilfreich.
- Leicht an- und absteigende Strecken auf schlammigen Pfaden im zügigen Tempo laufen können
- Trittsicher sein: ansteigender schlammiger Boden zur Einstiegstelle, rutschige Felsen, untiefen im Wasser
- Schwimmen können, ansonsten musst du vor der Tour den Anbieter informieren
- Regelmäßiger Ausdauersport ist sehr hilfreich
Grundsätzlich solltest du eine Grundfitness mitbringen, um leichte Anstiege zügig laufen zu können.
- Personen mit Rückenproblemen wird diese Tour nicht empfohlen
- Personen, die z.B. Asthma oder Diabetes haben, sollten sich fit genug fühlen und ihre Bedarfsmedikamente den Guides übergeben. Diese werden trocken im Rucksack während der Tour aufbewahrt.
- Du hast oder hattest Knieprobleme? Es wird empfohlen: eine elastische Bandage zu tragen. Diese sollte die Stabilität verbessern und weitere Verletzungen vermeiden
- Auch wenn eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, dürfen Schwangere nicht teilnehmen
- Du benötigst eine Sehhilfe? Es wird empfohlen:
- Die Brille mit einem Band zu sichern und beim Abseilen und Springen ins Wasser diese im Neoprenanzug aufzubewahren.
- Kontaktlinsen nicht zu tragen, weil diese – besonders bei Sprüngen – verloren gehen können.
Eine Teilnehmerin mit Höhenangst hat an dieser Tour teilgenommen – das hat uns ihr Mann zugerufen, der sie und ihre drei Kinder angemeldet hat. Abgesehen von dem Sechsmetersprung hat sie alle Aktivitäten mitgemacht und bestätigte immer wieder, dass sie Spaß an dieser Tour hätte.
Je nachdem wie ausgeprägt die Höhenangst ist, kannst du an dieser Tour teilzunehmen. Mein Mann würde weiterhin nicht teilnehmen, seine Höhenangst ist zu stark.
An der Abseil-Stelle habe ich eine – vermutlich – private Tour gesehen. Teilnehmer: ein Kind, ein Mann und der Guide. Die drei sind über einen Pfad außen um den Wasserfall herumgelaufen, ohne sich abzuseilen. Dies würde zu dieser Aussage des Veranstalters Fun Activities passen: „Wenn du dich unwohl fühlst, gibt es verschiedene Alternativen für jedes Hindernis.“
Weder Teilnehmer noch Guides üben Druck auf zögerliche Teilnehmer aus. Besonders die Teilnehmer, die sich überwinden, erhalten den größten Jubel und Applaus der Gruppe und die Stimmung ist sehr gut und unterstützend.
Eine Canyoning-Tour kann das gesamte Jahr über gebucht werden:
- Hochsaison: April bis Oktober
- Nebensaison: November bis März
- Je nach Präferenz und Flexibilität: ein Tag bis eine Woche im Voraus
- Canyoning findet auch bei Regen statt – denn nass wirst du sowieso. Es gibt eine Ausnahme: Starkregen
- Sollte es während einer Tour regnen, behalten die Guides die Wassermenge im Auge. Steigt das Wasser zu schnell: wird die Tour abgebrochen und der Canyon verlassen.
Mitte Juni 2025 konnte ich zwei Tage im Voraus buchen. Allerdings nur noch mit Beginn um 9:00 Uhr und ein anderer Anbieter hat mir Fun Activities empfohlen, weil die ursprünglich angefragte Tour ausgebucht war. Nach dieser Erfahrung würde ich mich bewusst für die Morgen-Tour entscheiden. Wir waren die erste Gruppe im Canyoning. Die Gruppe, die nach uns folgte, musste warten, bis sich unsere Gruppe vom sechs Meter hohen Felsen abgeseilt hat.
Wer eine Tour zu einer späteren Zeit bevorzugt und spontan bucht, kann Glück haben und für den nächsten Tag einen Platz ergattern. Solltest du allerdings eine Tour zu einer bevorzugten Zeit machen wollen, empfehle ich dir ungefähr ein bis zwei Wochen im Voraus zu buchen.
Vor jeder Tour wird eine Ausrüstung angelegt, bestehend aus:
- 5 mm dicker Neoprenanzug mit Kapuze und zusätzlichen Neoprensocken
- Canyoning-Schuhe
- Helm
- Canyoning-Gurtzeug mit Sicherheitsleinen, Karabiner mit Achterknoten und gepolstertem Schutz für das Gesäß
Bei Canyoning-Touren steht Sicherheit immer an erster Stelle. Aus diesem Grund gibt es zwei Sicherheitseinweisungen sowie vor jeder einzelnen Aktivität wie Rutschen, Springen, Abseilen.
Sicherheitseinweisung: Kommunikation
- Das „Okay“-Zeichen richtig geben: Besonders in der Nähe von Wasserfällen ist die Kommunikation durch Handzeichen wichtig – das laute Rauschen übertönt jedes Wort. Für das „Okay“-Zeichen legst du die Faust auf den Helm, damit der Arm ein „O“ formt.
- Verletzungen anzeigen: Tut dir nach einem Sprung oder dem Rutschen die Schulter oder das Knie weh, bewegst du die Hand hin und her und zeigst auf die betroffene Stelle.
- Das X-Zeichen: Kreuze beide Unterarme zu einem „X“ – das bedeutet: nicht okay. Falls die Guides dieses Zeichen geben, setz dich sofort an den Rand und warte auf ein neues „Okay“-Zeichen.
- Das Telefon-Spiel: Die vorausgehende Person informiert die Hintere – z. B. „Achtung, rutschig!“, „Stoß dir nicht den Kopf!“ oder „Hier wird es tief.“ Wir helfen und reichen einander die Hand.
- Gefahr beim Gehen: Der gefährlichste Teil einer Canyoning-Tour ist das Gehen – Steine und Felsen können rutschig sein, oder es wird plötzlich tiefer. Gehe immer vorsichtig und balanciere dich mit deinen Armen aus.
- Helm auf! Setz den Helm während der Tour niemals ab – mit einer Ausnahme: Wenn du die Kapuze des Neoprenanzugs aufsetzen möchtest, weil dir kalt ist. Danach setzt du den Helm sofort wieder auf.
- Umgang mit den Sicherheitsseilen: Die Karabiner bleiben während des Laufens am Metallring eingehakt, um Verletzungen durch herumfliegende Teile an uns zu vermeiden. An jedem Seil befindet sich ein Karabiner, der durch das Auf- und Zuschrauben gesichert bzw. entsichert wird. Wird ein Sicherungsseil nicht verwendet, bleibt dessen Karabiner entsichert: so kann das freie Seil im Notfall schnell eingehakt werden.
Zusätzliche Hinweise
- Wasser wird in den 5 mm dicken Neoprenanzug gelangen, aber der Körper wird das Wasser erwärmen, sodass es nicht unangenehm wird
- Der Gesäßschutz – die gelben Windeln – unterstützen dabei, sich auf Felsen zu setzen und die Position ändern zu können, ohne abzurutschen
Sicherheitseinweisung bei Hindernissen
Vor jedem Sprung, Rutschen und Abseilen gibt es für die Teilnehmer eine Einweisung wie diese Aktivität ausgeführt werden soll, damit sich niemand verletzt.
Wetter
Bei der Buchung einer Tour musst du nicht auf das Wetter achten, Canyoning findet auch bei Regen statt – denn nass wirst du sowieso. Es gibt eine Ausnahme: Starkregen! Sollte es während einer Tour regnen, behalten die Guides die Wassermenge im Auge. Steigt das Wasser zu schnell: wird der Canyon verlassen – ohne Widerrede: Sicherheit geht vor.
Du möchtest gerne Bildmaterial als Erinnerung von dieser Tour? Prüfe bei der Buchung, ob Fotos und/oder Videos im Paket enthalten sind oder separat angeboten werden. Falls keine Hinweise erkennbar sind: frage nach.
Beim Anbieter Fun Activities wurden während der Tour Bilder und Videos gemacht. Einen Tag später erhielt ich per E-Mail einen Link, um diese herunterzuladen. Eine tolle Erinnerung.
Eigene ActionCam mitnehmen
Die Mitnahme einer ActionCam ist in den meisten Fällen möglich. Wichtig:
- Erkundige dich mit der Buchung, ob du deine ActionCam mitbringen darfst.
- Der Anbieter Fun Activities hat Helme mit einer Steckmöglichkeit. Bringe einen Adapter zur Befestigung am Helm mit!
- Ich würde dir davon abraten die ActionCam in der Hand zu halten: du benötigst ständig beide Hände: zum Abstützen oder Festhalten
- Ich habe beide Varianten ausprobiert: die Befestigung am Helm war deutlich komfortabler!
- Einstellung: 4K | 120fps liefert eine gute Qualität der Videos – auch wenn Fotos extrahiert werden sollen, allerdings war mein Akku nach knapp 30 Minuten leer. Ich konnte nur den Weg zum Einstieg und die erste Sicherheitseinweisung festhalten.
- Wenn du in Begleitung unterwegs bist: lasse die Kamera ein- und ausschalten. Das amerikanische Pärchen hat meine Kamera bedient.
Diese Dinge solltest du dabeihaben.
- Handtuch
- Trockene Kleidung: in den Toiletten kann man sich umziehen
- Je nach Wetterbedingung: ein Schnorchel-Shirt, falls dir schnell kalt wird
- Medikamente für den Bedarfsfall: Asthma, Diabetes, etc.
- Badelatschen/ Flip-Flops: erleichtern das Umziehen hinterher
- Ein Haarband: lange Haare müssen zurückgebunden werden
- Getränke & Snacks: Solltest du diese vergessen, kannst du im Café des Parks etwas kaufen. Mein Tipp: Im Souvenir-Shop gibt sehr leckeres Eis – das Quinta dos Açores – (2,50 € - Stand 06/2025) im abgepackten Becher, das auf den Azoren hergestellt wird. Wirf den Deckel erst weg, sobald du den Holzlöffel entnommen hast! Sollte es die Geschmacksrichtung Ananas & Maracuja geben – unbedingt probieren. Auch diese Obstsorten wachsen auf der Insel.
Nach jeder Tour bin ich erst einmal durstig, hungrig und aufgekratzt. Sobald ich mich mit Essen und Getränke gestärkt habe, merke ich die Erschöpfung und muss spätestens zwei bis drei Stunden nach der Tour ein kurzes Schläfchen einplanen.
- Meine Empfehlung: Falls diese Tour deine erste Canyoning-Tour ist, plane – vorsichtshalber – anschließend Zeit zum Ausruhen ein.
- Nach der ersten Tour fühlte es sich an, als ich würde Muskelkater bekommen. Packe sicherheitshalber Magnesium ein oder esse eine Banane.
- Einen Tag nach der Tour erhielt ich einen Link mit den Fotos und Videos der Tour – eine fantastische Erinnerung.
Hast du jetzt auch Lust auf Canyoning? Oder fehlt dir noch eine Info, um dich zu entscheiden? Schreib mir gerne in die Kommentare!



















