ATV-Tour auf São Miguel: Offroad zum Vulkan Sete Cidades

ATV-Tour auf São Miguel: Offroad zum Vulkan Sete Cidades

Tipps & Informationen für dein Abenteuer

Der Motor dröhnt, die Sonne scheint und mein Herz schlägt schneller. Voller Vorfreude und ein bisschen angespannt sitze ich neben meinem Mann Marco in unserem Buggy. Werden wir endlich die spektakulären Ausblicke auf die Kraterseen des Vulkans Sete Cidades erleben? Grüne Hügel, schroffe Küsten und aufregende Offroad-Pisten warten. Wird unser Abenteuer 2025 die Tour vom September 2023 übertreffen?

Offroad durch grüne Vulkanlandschaften:
grüne Hügel, schroffe Küsten & die Kraterseen des Vulkans Sete Cidades

Vor unserer ersten ATV-Tour im September 2023 haben wir die Wetterprognose für Sete Cidades nicht geprüft – das war ein Fehler. Die Wolken hingen teilweise so tief, dass wir durch sie hindurchfuhren. Die Landschaft wirkte zwar mystisch und die Offroad-Strecken waren ein echtes Highlight, aber an den Aussichtspunkten sahen wir nur eine dichte graue Wand.

Für den zweiten Versuch im Juni 2025 sind wir besser vorbereitet. Laut der Wettervorhersage erwartet uns trockenes und sonniges Wetter. Die Hoffnung steigt, dass der Spaß des Buggyfahrens mit Ausblicken auf die spektakuläre Vulkanlandschaft verbunden werden kann.

ATV-Tour auf São Miguel: Das erwartet dich

Eine ATV-Tour (All-Terrain Vehicle) ist eine tolle Möglichkeit, São Miguel auf eine besondere Art zu entdecken. Dabei fährst du mit geländegängigen Fahrzeugen – entweder auf einem Quad oder in einem Buggy – sowohl auf asphaltierten Straßen als auch auf Offroad-Pisten.

In einer Gruppe mit bis zu 20 ATVs führt die Route in den Nordwesten der Insel. Bei gutem Wetter erwarten dich grüne Hügel, malerische Felder und die spektakulären Aussichtspunkte am Vulkan Sete Cidades. Staub, Matsch und Fahrspaß sind inklusive – genau das macht den Reiz dieser Tour aus.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer der Halbtagstour: 3 – 4 Stunden
  • Tour-Start: 8:30 Uhr oder 13:30 Uhr
  • Preis: 80 € zzgl. MwSt. pro Person
  • Treffpunkt: Ponta Delgada
  • Beste Zeit: ganzjährig dank mildem Klima → Wettervorhersage vorher prüfen
  • Wettercheck: Windy-App + Webcam
  • Mitnehmen: Führerschein, Kreditkarte, Regenjacke, geschlossene Schuhe, Sonnenbrille + Ersatz, Sea-Bands (gegen Reiseübelkeit), ActionCam oder Smartphone, am besten mit Handschlaufe oder Sicherheitsband sichern, & Powerbank
  • Gut zu wissen: Englischkenntnisse sind notwendig
Detaillierte Infos findest du hier: 6 Tipps für deine ATV-Tour

Treffpunkt & Anreise

ANC Headquarters
Rua Eng. Alberto Rodrigues 11-13
Relva, Ponta Delgada, Azoren
9500-435

  • Entfernung
     ca. 5 Autominuten vom Flughafen Ponta Delgada

  • Mit dem Taxi oder dem Fahrservice Bolt ist der Treffpunkt vom Hotel in Ponta Delgada leicht erreichbar. Eine Vorbestellung war am Feiertag Fronleichnam allerdings nicht möglich.
  • Mietwagen: Kostenlose Parkplätze stehen in der Nähe zur Verfügung (Stand Juni 2025).

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Bevor das ATV-Abenteuer beginnt

Von unserem Hotel in Ponta Delgada fahren wir mit dem Fahrservice Bolt in ein Industriegebiet, das etwa fünf Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Vor der offenen Lagerhalle stehen schon zwei Buggys und ein Quad für die Nachmittagstour bereit. Heute scheint die Gruppe kleiner zu sein als bei unserer Tour 2023, damals waren insgesamt vier Buggys und ein Quad dabei.

Unser Guide Luís begrüßt uns herzlich und wir starten mit dem Papierkram: Führerscheine prüfen, Haftungserklärungunterschreiben, die Kaution von 500 € mit der Kreditkarte hinterlegen. Heute gibt es eine kleine Premiere für uns! Ich werde zum ersten Mal den Buggy fahren, was das Abenteuer für mich noch aufregender macht.

Auf dieser Tour werden uns zwei amerikanische Pärchen begleiten. Schon jetzt ist die Stimmung locker und fröhlich.

Nach dem organisatorischen Teil dürfen wir endlich in unseren Buggy steigen. Beim Anschnallen fällt uns auf, dass die Gurte noch feucht sind. Die Vormittagstour muss trotz des Dachs ziemlich viel Regen abbekommen haben. Sofort sind die Erinnerungen an 2023 wieder da, als der Regen unaufhörlich auf unsere Kapuzen prasselte, weil unser Buggy kein Dach hatte. Hoffentlich behält die Wetter-App recht und es bleibt sonnig und trocken, damit wir an den Aussichtspunkten die wunderschöne Landschaft sehen können.

Die Sicherheitseinweisung

Bevor wir losfahren, erhält jedes Paar von unserem Guide Luís eine kurze Einweisung zum Umgang mit dem ATV.

  1. Motor starten: Zündschlüssel erst halb, dann ganz umdrehen.
  2. Schaltung: Die Automatik wird in den Sport-Modus gestellt.
  3. Reihenfolge: Unsere Position in der Kolonne ist hinter dem Quad und vor dem anderen Buggy.
  4. Anhalten: Immer an geeigneten Stellen rechts ranfahren, damit
    • schnellere Fahrzeuge überholen können,
    • Fahrer kurz Pausen machen können (z. B. um Staub aus den Augen wischen)

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Neben uns dröhnt bereits der andere Buggy – gleich geht’s los!

Tourstart: Mit dem Buggy ins Abenteuer

Marco fährt den ersten Teil der Tour. Er dreht den Zündschlüssel um, die Motoren dröhnen – und mit einem ruckartigen Anfahren geht’s los. Dieses Mal strahlt die Sonne über Ponta Delgada, der Himmel ist wolkenlos und tiefblau. Beim Start unserer letzten Tour war er noch bedeckt – das werte ich als gutes Zeichen. Ohne Fensterscheiben fühlt sich der Fahrtwind trotz des Sonnenscheins überraschend kühl an. Zum Glück steht unser Rucksack zwischen meinen Füßen, und ich ziehe schnell meine Regenjacke an.

  • Bei dieser Gelegenheit hole ich auch die ActionCam aus dem Rucksack und sichere sie mit einer Handschlaufe an meinem Handgelenk. Das ist der Vorteil eines Buggys: Ohne Fensterscheiben können wir ohne störende Spiegelungen während der Fahrt Fotos und Videos von der Landschaft machen.

Zunächst fahren wir durch ein kleines Wohngebiet am Stadtrand von Ponta Delgada, vorbei an pastellfarbenen Einfamilienhäusern. Nach etwa 15 Minuten wird die Umgebung ländlicher. Die asphaltierte Straße, an der vereinzelt Farmhäuser stehen, wird schmaler – und die frische Landluft weht zu uns herüber. Feiner Staub wirbelt auf und setzt sich trotz der Sonnenbrillen in unsere Augen. Wir blinzeln, um die feinen Staubkörner loszuwerden. Es ist ein bisschen unangenehm, aber es hilft – und jetzt können wir die wunderschöne Landschaft bestaunen.

Grüne Hügel ragen am Horizont in den blauen Himmel. Entlang der Kuhweiden, die viele Hektar groß sein müssen, ziehen sich Hecken voller Wildblumen. Hier machen wir eine kurze Pause. Zeit für einen Fahrerwechsel? Noch nicht, ich möchte die schöne Landschaft noch ein wenig genießen. Schon jetzt sehen wir mehr von der Umgebung als während der gesamten Tour von 2023.

Damals war das Wetter so schlecht, dass es mir gar nicht aufgefallen war, aber die Route führt tatsächlich abseits der typischen Touristenpfade. Bis zu diesem Punkt sind uns nur ein Milchlaster und ein Traktor begegnet. Diese Ruhe und Abgeschiedenheit macht die Fahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Pause mit Kühen und Aussicht

Nur wenige Minuten später: nächster Halt. Wir parken die ATVs am Straßenrand, öffnen das Sicherheitsnetz und steigen aus dem Buggy. Unser Blick schweift über die Weite dieser üppigen Natur. Zwischen Bergen und Meer stehen wir an einer hüfthohen Steinmauer, hinter der Kühe auf einer sattgrünen Weide grasen. In der Ferne brechen die Wellen an den Steilklippen, und die kleinen weißen Punkte zwischen den Feldern verraten, dass dort Häuser stehen.

Keine Autos, keine Wanderer – nur wir auf einer Landstraße irgendwo im Nirgendwo zwischen dem Städtchen Capelas und dem Vulkan Sete Cidades.

Gemeinsam stehen wir als kleine Gruppe zusammen und unterhalten uns. Unser Guide erzählt, dass die Azoren zu den bedeutendsten Milchproduzenten Europas gehören und es hier ein Sprichwort gibt: „Auf jeden Einwohner kommt eine Kuh.“ Dementsprechend müsste es auf São Miguel über 137.000 Kühe geben.

  • Mein Tipp: Probiere unbedingt das Eis von Quinta dos Açores. Nachdem ich gesehen habe, wie gut es den Kühen hier geht, schmeckt es mir noch besser.

Auch wenn wir hier noch ewig stehen könnten, geht die Tour weiter. Jetzt sitze ich hinterm Steuer und drehe den Zündschlüssel um. Der Motor startet, und auch ich fahre ruckartig an. Um loszufahren, muss ich kräftig aufs Gaspedal treten. Während der Fahrt fühlt sich der Buggy selbst auf engen und kurvenreichen Straßen erstaunlich stabil an.

Ungeplante Touränderung

Nach sehr kurzer Zeit stoppen wir erneut am Straßenrand: Unser Guide Luís kann mit seinem Fahrzeug nicht weiterfahren und fragt, ob er bei uns mitfahren kann. „Na klar, spring rein – ich fahre!“, antworte ich spontan. Jetzt übernehme ich die Führung der Tour, während Luís vom Rücksitz aus die restliche Gruppe im Blick behält.

Die kurvenreichen Straßen machen richtig Spaß – der Buggy gleitet über die Serpentinen, und ich fühle mich überraschend sicher am Steuer. Wir sind mittlerweile in höheren Lagen unterwegs, und das spüren wir deutlich: Trotz der Regenjacken frieren wir. Handschuhe oder ein zusätzlicher Pullover wären jetzt Gold wert, aber leider habe ich beides nicht eingepackt.

Von der Einsamkeit der Straßen zuvor ist nun nichts mehr zu spüren: Uns kommen viele Autos entgegen, und die Route ist eine andere als im Jahr 2023. Die Strecke führte damals über mehr Offroad-Pfade und direkt an den Aussichtspunkten Miradouro Grota do Inferno und Miradouro das Cumeeiras vorbei. Der Veranstalter erklärt uns später, dass die Route aus Sicherheitsgründen angepasst wurde – die bisherige Strecke war für Fahrer ohne Erfahrung etwas zu anspruchsvoll. Trotz der Änderungen: Auch ohne Matsch ist diese Tour eine Traumroute.

Auf einmal erkenne ich den Parkplatz zu einem wunderschönen Aussichtspunkt des Vulkans Sete Cidades wieder. Von hier läuft man etwa 20 Minuten zum Miradouro Grota do Inferno. Aufgeregt frage ich Luís, ob ich hier parken soll. Doch er antwortet nur: „Wir fahren weiter.“ – und diese Weiterfahrt lohnt sich!

Traumaussicht auf die Vulkanlandschaft Sete Cidades

Wenig später erreichen wir eine Höhe von rund 650 Metern, in der Nähe des Aussichtspunkts Miradouro da Vista do Rei. Uns erwartet ein traumhaftes Postkartenmotiv: der beeindruckende Vulkankrater Sete Cidades, dessen Entstehung vor rund 36.000 Jahren begann. Ich parke den Buggy am Straßenrand, steige aus und klettere über ein Holzgeländer, das mir bis zu den Oberschenkeln reicht. Auf einer kleinen, plattgetrampelten Rasenfläche bleibe ich stehen.

  • Kamera oder Smartphone bereithalten – dieser Ausblick ist spektakulär!

Die Wetter-App hat tatsächlich recht behalten! Unter blauem Himmel mit weißen Wölkchen und strahlendem Sonnenschein genießen wir die Aussicht. Ich kann kaum glauben, dass sich diese spektakuläre Landschaft durcheinen Vulkanausbruch im Jahr 1445 gebildet hat. Wir blicken auf den größten See der Azoren: den Lagoa das Sete Cidades.

Eine Bogenbrücke teilt ihn in zwei Seen mit unterschiedlichen Farben: Lagoa Verde – der grüne See – und Lagoa Azul – der blaue See. Rundherum erhebt sich der fast kreisförmige, 12 Kilometer lange Kraterrand und umschließt die Seen sowie das kleine Städtchen Sete Cidades. Wenn das Sonnenlicht auf die üppige Vegetation der bis zu 500 Meter hohen Kraterwand trifft, leuchtet einer der Seen in karibischem Grün. Für mich zählt dieser Ort mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten auf São Miguel und gehört sogar zum UNESCO Global Geopark der Azoren.

  • Der Vulkan Sete Cidades zählt zu den aktiven, jedoch derzeit ruhenden Vulkanen der Insel.

Unsere Gruppe lacht, quatscht und genießt die Aussicht. Nach etwa zwanzig Minuten bringt ein Teammitglied unserem Guide ein neues Fahrzeug, und wir setzen die Tour in der ursprünglichen Reihenfolge fort. Jetzt übernimmt wieder Marco das Steuer bis zu unserem nächsten Halt.

Offroad zum blauen See - Lagoa Azul

Der Ausblick auf die Seen war schon traumhaft schön, doch jetzt geht es hinunter in den Krater, direkt an den blauen See. Als wir am Aussichtspunkt Miradouro da Vista do Rei vorbeikommen, wird mir klar, warum wir einige Meter vorher parkten: Der gesamte Seitenstreifen ist mit Autos zugeparkt. Zum Glück fahren wir auf einer Einbahnstraße – so können wir Spaziergängern gut ausweichen und müssen keinen Gegenverkehr fürchten.

Bis zum See fährt Marco, und ich bin froh, dass ich meine Sea-Bands gegen Reiseübelkeit trage – die Straßen sind hier deutlich kurvenreicher. An der Bogenbrücke, die die beiden Seen voneinander trennt, biegen wir ab. Hier beginnt die Offroad-Strecke entlang des Ufers vom Lagoa Azul. Da es heute Vormittag geregnet hat, haben sich Pfützen in den Schlaglöchern gebildet und der Matsch spritzt uns entgegen – was für ein Spaß! Einige Spritzer landen auf unserer Kleidung und sogar auf den Schuhen.

Bis zu unserem nächsten Halt am See muss Marco immer wieder abbremsen, da auch einige Fußgänger unterwegs sind. Wir parken die ATVs am Ufer und steigen aus. Bei diesem Anblick vergesse ich für einen Moment, dass wir uns mitten im Kraterkessel des Vulkans Sete Cidades befinden. Die steilen Wände sind mit dichten Wäldern aus Azoren-Wacholder, Stechpalmen und japanischer Zeder bedeckt. Sobald die Quellwölkchen weiterziehen und die Sonnenstrahlen durchlassen, zeigt sich ein faszinierendes Farbenspiel. Obwohl wir am blauen See stehen, schimmert die Wasseroberfläche in türkis-grün.

Während der Tour 2023 hielten wir auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Damals hingen die Wolken so tief, dass wir von unserem Aussichtspunkt den Kraterrand nicht erkennen konnten. Nur wenn die Sonnenstrahlen kurz durch die graue Decke brachen, leuchtete der blaue See ebenfalls in grün-türkisen Farbtönen.

Kaffeepause am Lagoa Azul

Es ist 15:30 Uhr und Zeit für eine Kaffeepause im Green Love Restaurant. Als Beifahrerin hat die Offroad-Strecke schon Spaß gemacht, aber selbst über die staubige Piste und durch Pfützen zu fahren, erhöht den Spaßfaktor noch einmal.Wir verlassen die Offroad-Strecke und fahren über die Bogenbrücke, die den Lagoa das Sete Cidades in den grünen und blauen See teilt.

Das Café ist ein Ausflugslokal und erinnert mit Plastikstühlen und Selbstbedienung jedoch eher an eine Kantine. Hier waren wir auch schon 2023. Für einen gezielten Ausflug würde ich das Café nicht empfehlen. Dieses ist ideal für eine kurze Pause, um die Toilette aufzusuchen, einen Kaffee zu trinken und einen Snack zu essen.

Unsere Gruppe versteht sich so gut, dass wir gezielt nach einem großen Tisch suchen, an dem alle Platz finden, auch unser Guide. Ausgelassen unterhalten wir uns und lachen. Hätte Luís die Zeit nicht im Blick, würden wir sicher noch länger sitzen. Doch die Tour geht weiter zum grünen See.

Offroad zum grünen See - Lagoa Verde

Vom Café fahre ich zum Lagoa Verde, dem grünen See. Auf der Offroad-Strecke weiche ich keiner Pfütze aus. Der Matsch spritzt und ich habe richtig viel Spaß. An manchen Stellen bremse ich, um Spaziergänger vorbeizulassen. Manche werfen uns einen bösen Blick zu, andere lächeln, weil sie entweder unseren Fahrspaß nachvollziehen können oder mein breites Lächeln ansteckend ist.

Das Quad ist mit einem großen Abstand vor uns und es sind keine Spaziergänger zu sehen. Das ist der perfekte Moment! Im Rückspiegel prüfe ich, ob der andere Buggy weit genug von uns entfernt ist, damit der Matsch nicht auf unsere Teammitglieder spritzt. Alles in Ordnung, ich gebe Gas und die nächste Portion Matsch landet auf uns – es macht wirklich Spaß.

Auch an der grünen Lagune parken wir unsere ATVs auf einer kleinen Schotterfläche. Hier sprechen uns die anderen Teilnehmer an: Der Matsch sitzt nicht nur auf unseren Jacken und Hosen, sondern auch im Gesicht. Meine Sonnenbrille ist voller Spritzer. Gut, dass wir Kleidung tragen, die schmutzig werden darf.

Vom kleinen Kieselstrand blicke ich auf den lang gestreckten See. Sobald die Sonne strahlt, leuchtet der Lagoa Verde wie das Meer in der Karibik, in einem Grün-Türkis. Hier zu stehen und auf das ruhige Wasser mit den umliegenden grünen Hängen zu schauen, ist malerisch und beruhigend zugleich. Der Kontrast zur gerade erlebten Matschfahrt könnte größer nicht sein.

Rückfahrt nach Ponta Delgada

Gegen 16:30 Uhr bekommen wir das Zeichen, dass wir ohne einen Zwischenstopp nach Ponta Delgada zurückfahren. Nun sitzt wieder Marco am Steuer. Er fährt vorsichtiger durch die Pfützen, damit wir nicht noch schmutziger werden. Vom Beifahrersitz genieße ich die Landschaft und freue mich über diese abenteuerliche Tour mit spektakulären Ausblicken.

Das Video mit unseren Highlights der Tour

Damit du dir noch besser vorstellen kannst, was dich auf dieser Tour erwartet, habe ich ein kurzes Video mit einigen Highlights zusammengestellt.

Fazit: Unser ATV-Erlebnis auf São Miguel

Die Entscheidung, diese Tour ein zweites Mal mit vorherigem Wettercheck zu machen, war genau richtig! Dank des guten Wetters konnten wir spektakuläre Ausblicke genießen – besonders am Kraterrand von Sete Cidades, aber auch beim Halt „irgendwo im Nirgendwo“ neben der Kuhweide.

Überraschend ist für mich, wie viel Freude mir das Fahren des Buggys bereitet hat. Vor allem die Offroad-Passagen entlang der Seen waren ein echtes Highlight. Zwar hätte ich die Route von 2023 mit den zusätzlichen Offroad-Strecken gern noch einmal erlebt, doch dass sie aus Sicherheitsgründen angepasst wurde, ist vollkommen nachvollziehbar.

Ein Punkt, den man wissen sollte: Die ATVs sind sehr laut, vergleichbar mit Motorrädern. Deshalb würden wir immer die Halbtagestour bevorzugen. Eine Ganztagestour wäre uns zu lang und auf Dauer zu geräuschintensiv. Der Veranstalter hat sogar schon geprüft, ob Elektrofahrzeuge eine Alternative wären. Wegen der Tourdauer von drei bis vier Stunden oder länger bei der Ganztages-Tour fehlt es bisher jedoch an Modellen mit ausreichender Reichweite.

Die Halbtagestour bietet für uns genau die richtige Mischung: Fahrspaß und Schmutz, kombiniert mit atemberaubenden Ausblicken, Momenten der Ruhe und der Schönheit der Natur. Ein rundes Erlebnis für alle, die Abenteuer lieben.

6 Tipps für dein ATV-Abenteuer auf São Miguel

Jetzt bist du dran: Hast du Lust auf ein eigenes Buggy-Abenteuer bekommen? Erzähl mir in den Kommentaren davon – oder stelle deine Fragen, wenn du noch planst!

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